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Um die Sicherheit untertägiger Entsorgungseinrichtungen von gefährlichen Abfällen wie auch von Endlagern für radioaktive Abfälle zu gewährleisten, ist es von entscheidender Bedeutung, die Mobilisierung und Migration von toxischen Abfallbestandteilen in die Bio-sphäre belastbar voraussagen zu können. Hierfür ist ein vertieftes Verständnis der physika-lisch-chemischen Eigenschaften der mobilisierten Schadstoffe selbst wie auch ihrer Wechselwirkungen im System Abfall, Nahfeld, Fernfeld (Wirtsgestein), Grundwasserleiter und Biosphäre erforderlich. Eine modellhafte Abbildung dieser Schadstoffmobilisierungs-, Ausbreitungs- und Rückhalteprozesse erfolgt in Rechencodes zur reaktiven Transportmo-dellierung. Hierfür werden als wesentliche Eingangsdaten hydraulische und hydraulisch-mechanische Daten für den physikalischen Stofftransport sowie thermodynamische Daten für chemische Prozesse wie Komplexbildung, Auflösung/Ausfällung oder Sorpti-on/Desorption benötigt. Während hydraulische Daten für jeden Standort neu zu ermitteln sind, besitzen thermody-namische Daten universelle Gültigkeit. Die Thermodynamik bietet einen in sich geschlos-senen, zu allen Zeiten gültigen Rahmen für die Betrachtung chemischer Prozesse. Ihrer allgemeinen Gültigkeit wegen erscheint der Bezug auf eine einheitlich verwendete, quali-tätsgesicherte thermodynamische Referenzdatenbasis als folgerichtig und notwendig. Eine solche einheitliche Datenbasis existiert jedoch nicht. Stattdessen wird in praktisch jeder gutachterlich tätigen Institution mit einer „hausinternen“ Datenbasis gearbeitet, die je nach Aufgabenstellung mit gerade verfügbaren Daten erweitert oder modifiziert wird. Wegen der häufig unzureichenden Dokumentation und der mangelnden Qualitätssicherung der Daten-basen ist es für Außenstehende unmöglich, die Modellierungsergebnisse zu beurteilen o-der mit Modellierungen anderer Institutionen zu vergleichen. Gerade in standortbezogenen Genehmigungsverfahren für Endlager, Untertagedeponien und Altlastensanierungen ist es von außerordentlicher Bedeutung, dass alle Beteiligten mit dem gleichen, qualitativ hoch-stehenden Datensatz arbeiten. Andernfalls sind gutachterliche Aussagen zur Langzeitsi-cherheit und zum Stoffverhalten fundamental angreifbar. Ziel des vorliegenden Vorhabens ist es daher, eine einheitliche, konsistente und qualitäts-gesicherte thermodynamische Referenzdatenbasis zu schaffen.

